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 „ Alles ändert sich – manchmal schleichend, fast unmerklich – 
   dann wieder plötzlich und unerwartet! “

„ Das hat er / sie ja noch nie gemacht! "

„ Warum hat er / sie denn das jetzt gemacht? “

„ Gestern hat das noch funktioniert – warum denn heute nicht mehr? “


... so oder ähnlich äußern sich Angehörige von dementiell Erkrankten. Daraus spricht oftmals die Hilflosigkeit, mit veränderten Alltagssituationen umzugehen. Es gibt keinen allgemeingültigen Leitfaden für alle Situationen; die Menschen bleiben – trotz der "Diagnose Demenz" – Individuen mit der ganzen Palette an Lebenserfahrung, Befindlichkeiten, Bedürfnissen und Gefühlen. Es besteht aber die Möglichkeit, die eigene Sichtweise neu zu finden und so mit der veränderten Situation gut umgehen zu können.

Was würden Sie sagen ... ?

Mit belastenden Situationen kann man als pflegender Angehöriger nur umgehen, wenn man bereit ist, seine eigenen Grenzen kennen zu lernen und sie sich selbst einzugestehen.

Haben Sie Geduld ...

Keine Situation wird mit Hektik verbessert. 

„Vergesslichkeit“ gehört zum Krankheitsbild ...

Verzichten Sie auf Aussagen wie: „Das habe ich dir doch jetzt schon drei mal gesagt!“.

Sie merken, dass Ihnen „der Hut hochgeht“?

Verlassen Sie – wenn möglich – den Raum, schnaufen Sie tief durch, machen Sie sich bewusst, dass keine böse Absicht hinter dem Verhalten Ihres an Demenz erkrankten Angehörigen steht.

Haben Sie mal die Geduld verloren und jetzt plagt Sie ein schlechtes Gewissen?

Sie sind auch nur ein Mensch – ziehen Sie daraus die richtigen Schlüsse – wenn Sie die Geduld verloren haben, weil Ihre persönliche Grenze erreicht oder überschritten wurde! Sie sind nicht alleine! Holen Sie sich Hilfe und nehmen Sie diese dann auch an!

Ihr Angehöriger hat eine andere Vorstellung von seiner persönlichen Hygiene?

Kaum jemand wird zugeben, dass er / sie sich nicht mehr waschen mag oder kann. Machen Sie ein Ritual daraus – jeden Tag zur gleichen Zeit – und wenn es eben nur die „Katzenwäsche“ ist. Mancher lässt sich partout nicht von der eigenen Tochter / dem eigenen Sohn waschen – es kann helfen, wenn die Schwester oder der Pfleger täglich kommen.

Diskutieren Sie nicht ...

Das raubt Ihnen nur die Kraft. Akzeptieren Sie die Sichtweise des Erkrankten. 

Nehmen Sie nicht alles selbst in die Hand ...

Die wenigsten Betroffenen sind im Anfangsstadium ihrer Erkrankung völlig hilflos. Leichte Hausarbeiten und Gartenarbeiten sind noch möglich und entlasten Sie.

Schaffen Sie sich „Auszeiten“ ...

Vertrauen Sie anderen Familienmitgliedern oder Hilfsinstitutionen. 

Ist der Tag-Nacht-Rhythmus gestört?

Sie können deshalb auch nicht mehr durchschlafen? Das halten Sie nicht lange durch!
Besprechen Sie das mit dem Hausarzt, dem Neurologen – oder anderen Fachleuten. Manchmal hilft ein leichtes Medikament – natürlich nur, wenn es der Arzt verordnet. Bedenken Sie – wer tagsüber zu viel schläft, sich kaum bewegt, kann oft nachts nicht mehr schlafen.

Schlägt Ihnen Misstrauen entgegen?

Nehmen Sie es nicht persönlich, machen Sie keinen Streit und keine Diskussion daraus. Oft ist nach einigen Minuten schon wieder alles vergessen.

 

„Das ist ja alles leicht gesagt“, war die Aussage eines betroffenen Angehörigen, nachdem er obigen Text gelesen hatte. – "Ich muss das dann ausbaden, wenn ... "

Kommen Ihnen diese Aussagen und Gedanken bekannt vor?

Zum Helfen gehören mindestens zwei Parteien – die eine Partei benötigt Hilfe, kann sich das eingestehen und annehmen, die andere Partei kann und will helfen mit Fachwissen, mit Erfahrung und vielleicht auch "nur" als verständnisvolle, seelische Stütze.

Nehmen Sie Hilfe an!

Nur wenn Sie geistig und körperlich gesund bleiben, können Sie Ihren erkrankten Angehörigen durch diese mitunter sehr schwierige Zeit seines Lebens begleiten. 

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Ihre Ansprechpartner:

Pflegestützpunkt
Landkreis Fulda
Herr Martin Kersting
Telefon: 0661 / 6006-692
E-Mail: pflegestuetzpunkt@
landkreis-fulda.de

Internet:
pflegestuetzpunkt-fulda.de

– Rat und Hilfe für Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren pflegende Angehörige –
Das DemenzForum-Fulda ist eine Initiative von der Stadt und dem Landkreis Fulda