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Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist, aufzuwachen.

Diese Zeit ist jetzt.

(Buddha)

 

Arzneimittel gegen Demenz sind nicht in Sicht...

"Die Möglichkeit der Prävention und der Frühdiagnose werden deshalb in den nächsten Jahren noch wichtiger werden"

Prof. Dr. Hans Förstl in "Das Anti-Alzheimer-Buch"

Kernaussage: Eine gezielte Vorbeugung von Demenzerkrankungen ist nicht möglich!

Allgemeine Vorbeugung

Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate, Gingko Biloba und entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen werden zwar beworben, werden aber nicht empfohlen, da wissenschaftlich bis heute keine präventive Wirkung nachweisbar ist.

Auch wenn die Ursachen von Alzheimer & Co. noch nicht im Detail geklärt sind, lässt sich aus epidemiologischen Daten ableiten, dass zum Beispiel durch körperliche Bewegung und gesunde Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe das Risiko, im späteren Leben an Demenz zu erkranken, verringert werden kann. Da der neurobiologische Krankheitsprozess bereits 15 bis 30 Jahre vor dem Auftreten der klinischen Symptome beginnt, ist die Prävention vor allem für die Altersgruppe ab 40 Jahren relevant. Bei den vaskulären (gefäßbedingten) Demenzen kommt bei der Prävention zur ausreichenden körperlichen Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung zusätzlich der Verzicht auf das Rauchen sowie die Behandlung von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) noch hinzu.

"Die gute Behandlung ebenso wie die Integration von Menschen mit Alzheimer-Erkrankungen wird deshalb auch in Zukunft kein rein medizinisches Problem sein, sondern eine Aufgabe, für die die gesamte Gesellschaft Verantwortung trägt"

Prof. Dr. Hans Förstl in "Das Anti-Alzheimer-Buch"

Fazit

Zum Abschluss ein paar ganz praktische Tipps (von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter der psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm und des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, aus dem Buch "Digitale Demenz"), denn jeder kann etwas für sich tun und wird dafür auch ganz persönlich belohnt.

  • Ernähren Sie sich gesund! und essen Sie langsam. Die häufigsten Krankheiten essen wir uns an, und dies müsste nicht sein. Hinzu kommen Heidelbeeren, Brokkoli, gelegentlich ein Kästchen Schokolade und ein Glas Rotwein sowie etwas Fisch (möglichst kleine, die großen Fische haben die kleinen bereits gegessen und deren Schadstoffe dabei konzentriert).
  • Täglich eine halbe Stunde Bewegung (z. B. zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen laufen und zurück) ist das Beste, was Sie für Ihren Körper tun können.
  • Versuchen Sie, weniger "in Gedanken" zu sein. Seien Sie mit Ihrer bewussten Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt! Eine im Fachblatt Science publizierte Studie hat den uralten Rat von Meditationslehrern bestätigt, dass man mit seiner Konzentration im Hier und Jetzt sein soll, nicht irgendwo anders. Wer das schafft, ist unterm Strich glücklicher, wer (vor allem im Alter über die Vergangenheit) grübelt, ist weniger glücklich.
  • Nehmen Sie sich nur Dinge vor, die auch machbar sind. Wir neigen dazu, zu hohe Ansprüche an uns selbst zu stellen. Dabei können wir im Grunde nur scheitern und sind noch mehr enttäuscht von uns. Auf diese Weise bringen wir uns selbst das Scheitern bei und machen uns unglücklich.
  • Helfen Sie anderen. Große Studien haben gezeigt, dass Hilfe gesund für den Helfenden ist und dass Geld nur den glücklich macht, der es für andere ausgibt.
  • Apropos Geld: Es macht weder glücklich noch gesund. Der Gedanke daran nährt ganz im Gegenteil Geiz und Einsamkeit. Und wenn Sie schon unbedingt Geld ausgeben wollen, dann geben Sie es für Ereignisse aus und nicht für Sachen. Dinge werden alt, verrosten, brauchen Platz und verstauben. Sie werden immer lästiger und ziehen uns herunter. Bei Ereignissen ist das Gegenteil der Fall: Je länger sie zurückliegen, desto rosiger erscheinen sie uns. Man bewahrt sie in Erinnerung, und sie werden Teil von uns - es sei denn, wir werden dement. Aber dann nützen uns Sachen auch nichts mehr.
  • Hören Sie gelegentlich ganz bewusst Musik. Die Gehirnforschung hat nachgewiesen, dass allein Musik die Aktivität der für Angst zuständigen Gehirnbereiche einschränkt und zugleich die Aktivität der für Glück zuständigen Areale steigert. Gehen Sie mit guter Musik um wie mit gutem Essen: Man sollte beides nicht während der Arbeit oder im Fahrstuhl genießen. Das ist zwar auch möglich, aber bei voller Konzentration hat man mehr davon.
  • Singen Sie, denn das ist sehr gesund. Wenn Sie sich nicht trauen oder Angst haben, es könnte jemand zuhören, dann singen Sie im Auto. Stellen Sie einen Sender mit Musiktiteln ein, die Ihnen gefallen, und singen Sie einfach laut mit.
  • Lächeln Sie! Auch wenn Ihnen gerade nicht danach ist. Unsere Gefühle sind keine Einbahnstraße vom Gehirn zu Drüsen und Muskeln. Vielmehr nimmt unser Gehirn auch Informationen aus dem Körper auf und erschließt sich damit den eigenen Gefühlszustand: Wer plötzlich Herzklopfen hat, kann allein schon deswegen Angst erleben, und man weint nicht nur, weil man traurig ist, sondern mitunter ist man auch traurig, weil man weint. Nicht anders ist es mit dem Lachen. Wer lächelt, auch ohne Grund, unterstützt damit die für gute Gefühle zuständigen Gehirnareale. Botox verhindert nicht nur Lachfalten, sondern auch Glücksgefühle.
  • Seien sie aktiv und überwinden Sie Hindernisse! Wer fühlt sich besser - der Hochlandtourist, der mit der Seilbahn auf einen Berg gefahren ist, oder der Wanderer, der den Berg erklommen hat? Ganz eindeutig derjenige, der oben schwitzend ankommt, denn er ist stolz auf seine Leistung und genießt die Aussicht von oben ganz anders als der, der mit der Seilbahn oder mit dem Auto oben ankommt, gleich ins Cafè rennt, noch ein Souvenir mitnimmt und den Wald, die Luft und die Stille überhaupt nicht mitbekommen hat.
  • Vereinfachen Sie Ihr Leben! Wir kaufen einen Rasenmäher, auf dem man sitzen, fahren und ganz bequem mähen kann, und nehmen einen Heimtrainer, auf dem wir Rad fahren oder rudern, weil man ja heute so wenig Bewegung hat, gleich mit. Vielleicht sogar in demselben Geschäft. Kurz, wir benutzen Rolltreppen, Fahrstühle und fahren mit dem Auto ins Fitness-Studio, könnten es aber viel einfacher haben: weniger Sachen und weniger Termine brauchen weniger Pflege, Wartung und bringen weniger Verpflichtungen.
  • An nahezu alles, was unsere Glückszentren auf Trab bringt, gewöhnen wir uns relativ schnell. Wichtigste Ausnahme: andere Menschen. Ein Lächeln, gute Gespräche, eine gemeinsame Mahlzeit, eine kleine Aktivität zusammen - das ist der Stoff, der uns ein erfülltes Leben beschert. Ein Abendessen mit drei Freunden macht viel glücklicher und bewirkt viel mehr als dreihundert virtuelle Kontakte in Facebook.
  • Verbringen Sie Zeit in der freien Natur, denn sie tut Körper und Geist gut. Allein schon der Anblick von Wiesen und Bäumen steigert unsere Lebenszufriedenheit. Wer nach einer Gallenoperation ins Grüne blickt, kommt einen Tag früher aus dem Krankenhaus als der Patient, der Mauern vor dem Fenster hat.
  • Sofern Sie Kinder haben, gilt dies alles für diese erst recht!
  • Und last but not least: Meiden Sie die digitalen Medien. Sie machen tatsächlich dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich. Beschränken Sie bei Kindern die Dosis, denn dies ist das Einzige, was erwiesenermaßen einen positiven Effekt hat. Jeder Tag, den ein Kind ohne digitale Medien zugebracht hat, ist gewonnene Zeit.
  • Für unsere gesamte Gesellschaft gilt: Wir haben nichts außer die Köpfe der nächsten Generation, wenn es um unseren Wohlstand und den Erhalt unserer Kultur geht. Hören wir auf, sie systematisch zu vermüllen!
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