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Nachfolgend haben wir die gesetzlichen Leistungen beschrieben, die speziell dementiell erkrankten Menschen bzw. deren Angehörigen zustehen. Mit diesen Leistungen soll ein Rahmen geschaffen werden, der die Betreuung der Betroffenen erleichtert.

Am 1. Januar 2015 trat das 1. Pflegestärkungsgesetz in Kraft.
Leistungen wurden erhöht und neue Leistungen wurden geschaffen.

Leistungen der Pflegeversicherung

Viele Leistungen der Pflegeversicherung werden gar nicht in Anspruch genommen, weil sie unbekannt sind. Um Leistungen zu erhalten, muss der Umfang der Pflegebedürftigkeit und/oder der eingeschränkten Alltagskompetenz vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt werden.

Im Frühstadium einer dementiellen Erkrankung besteht die Möglichkeit auf Einstufung in die "Pflegestufe 0 mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz". Das bedeutet: Der Betroffene hat keine massiven körperlichen Einschränkungen, erfüllt aber mehrere der folgenden Punkte.

Unter eingeschränkter Alltagskompetenz versteht man:

  • Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz)
  • Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  • Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potentiell gefährdenden Substanzen
  • Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  • Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  • Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  • Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  • Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  • Störung im Tag-Nacht-Rhythmus
  • Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  • Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  • Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  • Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression

Einen Antrag auf eine Pflegestufe können Sie bei ihrer zuständigen Pflegekasse stellen. Liegt bereits eine "Einstufung" vor – so schauen Sie bitte im Bescheid nach, ob eine "erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz" oder eine "erhöhte eingeschränkte Alltagskompetenz" bescheinigt wurde. Es gibt zusätzliche Leistungen.

Hier die Leistungen der Pflegekassen für die Pflegestufen 0 bis 3

Pflegestufe

Pflegegeld

Sachleistung

0 ohne eingeschränkte
Alltagskompetenz

keine Leistungen aus der Pflegeversicherung

 

0 mit eingeschränkter
Alltagskompetenz

€ 123,–
(vorher € 120,–)

€ 231,–
(vorher € 225,–)

1 ohne eingeschränkte
Alltagskompetenz

€ 244,–
(vorher € 235,–)

€ 468,–
(vorher € 450,–)

1 mit eingeschränkter
Alltagskompetenz

€ 316,–
(vorher € 305,–)

€ 689,–
(vorher € 665,–)

2 ohne eingeschränkte
Alltagskompetenz

€ 458,–
(vorher € 440,–)

€ 1.144,–
(vorher € 1.100,–)

2 mit eingeschränkter
Alltagskompetenz

€ 545,–
(vorher € 525,–)

€ 1.298,–
(vorher € 1.250,–)

3 mit/ohne eingeschränkter
Alltagskompetenz

€ 728,–
(vorher € 700,–)

€ 1.612,–
(vorher € 1.550,–)

 

Für Betreuungsleistungen werden monatlich zusätzlich € 104,– für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz und € 208,– für Menschen mit erhöhter eingeschränkter Alltagskompetenz als Sachleistung, d.h. für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen, zur Verfügung gestellt.

WICHTIG: Diese „Betreuungsleistungen“ müssen nicht monatlich verbraucht werden – es besteht die Möglichkeit, diese "anzusparen" – also bis zu € 1.248,– oder € 2.496,– pro Jahr. Restansprüche des Vorjahres können bis einschließlich Juni des Folgejahres in Anspruch genommen werden.

Allen Leistungsempfängern der Pflegekasse stehen außerdem noch Leistungen für Verhinderungspflege, Pflegehilfsmittel, Wohnungsanpassung usw. zu. Diese werden hier nicht im Einzelnen beschrieben, da der Anspruch auf diese Leistungen unabhängig von einer dementiellen Erkrankung besteht.

Auch ohne "eingeschränkte Alltagskompetenz" hat jeder Pflegebedürftige (Pflegestufen 1 – 3) ab dem 1. Januar 2015 zusätzlich Anspruch auf den "Grundbetrag für Betreuungs- und Entlastungsleistungen" in Höhe von € 104,– monatlich. Diesen Grundbetrag können nur anerkannte Leistungserbringer abrechnen, es erfolgt keine Auszahlung wie beim Pflegegeld.

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Ihre Ansprechpartner:

Pflegestützpunkt
Landkreis Fulda
Herr Martin Kersting
Telefon: 0661 / 6006-692
E-Mail: pflegestuetzpunkt@
landkreis-fulda.de

Internet:
pflegestuetzpunkt-fulda.de

– Rat und Hilfe für Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren pflegende Angehörige –
Das DemenzForum-Fulda ist eine Initiative von der Stadt und dem Landkreis Fulda