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Wörtlich aus dem lateinischen übersetzt bedeutet der Begriff "Demenz" - "Weg vom Geist" bzw. "ohne Geist". Hiermit wird das Hauptsymptom deutlich: der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Der Krankheitsverlauf beginnt mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit und im weiteren Verlauf verlieren sich auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses, so dass die Betroffenen zunehmend die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verlieren.

Allerdings ist eine Demenz mehr als eine "einfache" Gedächtnisstörung. Sie zieht das ganze Sein des Menschen in Mitleidenschaft: seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben.

Nicht jede Beeinträchtigung des geistigen Leistungsvermögens muss für sich genommen schon ein Alarmsignal sein. Demenzerkrankungen sind ein Muster von Symptomen, die bei Krankheiten des Gehirns auftreten, welche eine Schädigung oder Zerstörung von Nervenzellen in bestimmten Hirnarealen provozieren. Die Symptome sind gekennzeichnet durch eine langsam fortschreitende Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit, also primär Gedächtnisstörungen, aber auch Störungen des Denkvermögens, der Sprache, des Handelns, des Erkennens, sowie einer Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens.

Ebenso sollten diese Symptome mindestens seit sechs Monaten bestehen, um von einer demenziellen Erkrankung ausgehen zu können.

Da auch bei anderen Erkrankungen häufig die Leistungsfähigkeit der Betroffenen herabgesetzt ist, können sie leicht mit einer Demenz verwechselt werden, weswegen sie auch oft als Pseudo-Demenz bezeichnet werden. Als Beispiele sind hier das Delir zu nennen sowie die Depression. Zur Abgrenzung zur Demenz: eine Demenz verläuft chronisch, ein Delir dagegen ist ein akuter Verwirrtheitszustand. Eine schwere Depression hingegen ist eine eigenständige Krankheit und depressive Patienten können sich meist genau an den Beginn ihrer Symptome erinnern.

Etwa 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland zur Zeit an einer Demenz erkrankt, wobei für die Zukunft tendenziell eine Verdoppelung dieser Zahl vorausgesagt wird, was auf eine steigende Lebenserwartung zurückzuführen ist.

Die Demenz ist keine normale "Alterserscheinung", sondern eine Krankheit, deren Häufigkeit parallel zum Alter ansteigt. Bei den 65-69-Jährigen beträgt sie weniger als 2 % Demenz-Betroffene, von den über 90-Jährigen leidet hingegen etwa jeder Dritte an einer mittelschweren bis schweren Demenz(1).

Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ist bei Frauen und Männer gleichen Alters auch gleich verteilt bei gleich hohen Risikofaktoren.

Die Alzheimer-Krankheit (DAT) ist in  westlichen Ländern mit einem Anteil von ca. 60-70 % die häufigste Ursache einer Demenz und ist irreversibel.

An zweiter Stelle stehen mit ca. 10-20 % die Vaskulären (gefäßbedingten) Demenzen, die durch Schädigungen aufgrund von Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht werden.

Häufig sind auch Mischformen der beiden oben genannten Krankheitsprozesse, d. h. da hier die Übergänge fließend sind, kann man keine klare Zuordnung zu einem Krankheitsbild treffen.

Ebenso schwierig ist eine Differenzierung anderer degenerativer Demenzen wie bspw. die frontotemporale Demenz (FTD) = Morbus Pick/Pick-Krankheit, die bereits vor dem 60. Lebensjahr auftritt und als Kardinalssymptom massive Verhaltensauffälligkeiten aufweist.

Auch beispielsweise die Lewy-Body-Demenz (LBD), die sich primär durch starke Schwankungen der Symptomausprägung sowie Gehstörungen manifestiert, ist schwer von anderen Erkrankungen, z. B. Morbus Parkinson, zu unterscheiden.

Auch mit der Parkinson-Krankheit (Demenz bei Morbus Parkinson) selbst gibt es einige gemeinsame Symptome.

Weniger als 10 % der Demenzen haben ihre Ursache in völlig anderen Grunderkrankungen, welche mit Hirnleistungsstörungen einhergehen, u. a. Entzündungen, Störungen der Herz- und Lungenfunktion, Hirnverletzungen (bspw. durch Unfälle), Alkoholkrankheit, Vitaminmangel, Stoffwechselkrankheiten, Anfallsleiden oder Erkrankungen des Immunsystems.

 

(1) Bickel, 2002

 

 

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