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„Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?“

„Sei doch nicht so ungeduldig!“

„Ich kann mir einfach nichts mehr merken“

„Ich schäme mich, weil ich vieles vergesse“

„Ich bin eine Belastung für meine Familie!“

 

... so oder ähnlich äußern sich an Demenz erkrankte Menschen. Oft überwiegen Gefühle wie Angst, Scham, Hilflosigkeit – evtl. auch Verbitterung und Aggression.
 

Wurde bei einer Ihnen nahestehenden Person die ärztliche Diagnose „Demenz“ gestellt?

Wie geht es jetzt weiter?

Was kann man tun? Kann man überhaupt etwas tun? Muss der Erkrankte jetzt ins Heim?

Der an einer Demenz erkrankte Mensch ist nicht völlig hilflos, sondern in bestimmten Bereichen auf Hilfe angewiesen – das ist ein großer Unterschied!

Als Angehörige(r) können Sie einiges tun, um dem demenziell erkrankten Menschen Hilfestellung in dieser veränderten Lebenssituation zu geben.

Selbstbestimmung möglich? 

Nach wie vor hat jeder Mensch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben – der Wille des Kranken hat immer Priorität (Eigen- oder Fremdgefährdung natürlich ausgeschlossen). Bieten Sie Hilfe an, aber nehmen Sie dem Erkrankten nicht alles ab! Selbermachen hält fit und stärkt das Selbstvertrauen.

Behalten Sie Gewohnheiten bei! Schaffen Sie behutsam neue Rituale, die dem Erkrankten Stabilität und Sicherheit in der Tagesstruktur geben.

Unterstützen Sie den Erkrankten bei der Gestaltung seines Tagesablaufs, bei der Ausübung von Hobbys oder sportlichen Betätigungen. 

Mit kleinen Tricks können Sie dem Erkrankten helfen, seiner „Vergesslichkeit“ ein Schnippchen zu schlagen:

  • Abreisskalender – der vergangene Tag wird vor dem Zubettgehen „abgerissen“
  • Die lokale Tageszeitung – auch dort findet man das Datum, neben interessanten Dingen, die in „meiner Stadt“ und in der Welt vor sich gehen
  • Einkaufszettel – kann fast jeder Erkrankte selber schreiben – das übt unter anderem die Feinmotorik
  • Erinnerungshilfen z.B. ein „post it" oder die Schiefertafel an der Wand
  • Legen Sie – wenn möglich mit dem Erkrankten – einen Zeitplan fest: Aufstehen, Essenszeiten, Ruhezeiten, Freizeitgestaltung, Aktivitäten usw.
  • Ein voreingestellter Wecker erinnert nicht nur ans Aufstehen, sondern auch an Medikamente, an Essen und Trinken, an einen kleinen Marsch ums Haus usw.
  • Getränke immer in Sichtweite stehen lassen!
  • Wichtige Gegenstände wie Brille, Gehhilfe, Schlüssel, Portemonnaie gehören immer an die gleiche Stelle
  • Eine "Checkliste" an der Wohnungstür erinnert an die Dinge, die mitgenommen werden müssen

Tag oder Nacht?

Ist der Tag–Nacht–Rhythmus gestört, können Sie dem Erkrankten mit Licht und Dunkelheit helfen. Lassen Sie tagsüber viel Licht in die Wohnung. An trüben Tagen hilft zusätzliche Beleuchtung. Bewegung an der frischen Luft kann sich positiv auf die Schlafqualität auswirken. Nachts sollte dann alles ruhig und dunkel sein. Denken Sie aber daran, dass der Erkrankte evtl. nachts raus muss. Hier kann ein Bewegungsmelder dafür sorgen, dass Hin– und Rückweg sicher sind.

Was brauchen dementiell Erkrankte?

In erster Linie brauchen Betroffene das Gleiche wie wir alle: Zuneigung, Respekt, Anerkennung, Geduld und Zeit – in unterschiedlicher Ausprägung und oft vom "Vergessen" und der veränderten Realität geprägt. Stellen Sie sich auf die Realität und die Gefühlswelt des Erkrankten ein - anders herum funktioniert es nicht mehr. Vergessen Sie nicht die Sorge um sich selber – lassen Sie sich unterstützen und beraten, verteilen Sie Aufgaben und holen Sie sich evtl. professionelle Hilfe in Form von häuslicher Betreuung, Tagespflege oder Kurzzeitpflege.

"Ihr" betroffener Angehöriger braucht Sie!

 

 

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Ihr Ansprechpartner:

Pflegestützpunkt
Landkreis Fulda
Herr Martin Kersting
Telefon: 0661 / 6006-8782
E-Mail: Martin.Kersting
@landkreis-fulda.de

Internet:
pflegestuetzpunkt-fulda.de

– Rat und Hilfe für Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren pflegende Angehörige –
Das DemenzForum-Fulda ist eine Initiative von der Stadt und dem Landkreis Fulda